Versicherungen

Krankenversicherung

Studierende müssen bei der Immatrikulation einen Krankenversicherungsschutz nachweisen. Dabei stehen Ihnen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung:

Die studentische Krankenversicherung ist eine Pflichtversicherung. Alternativen dazu sind die Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkassen, die Versicherung über den Waisenrentenstatus, die beamtenrechtliche Beihilfe sowie eine private Krankenversicherung.


Für die studentische Krankenversicherung gilt eine Altersgrenze von 30 Jahren. Ebenso endet sie automatisch mit Abschluss des 14. Fachsemesters. Während eines Urlaubssemesters bleibt die studentische Krankenversicherung erhalten, sofern sie nicht von einer anderen Versicherungsart „verdrängt“ wird. Das Urlaubssemester zählt bei der Fachsemesteranzahl nicht mit. Bei einem zweiten Studium zählt ausschließlich die Fachsemesteranzahl des Zweitstudiums, sofern das erste Studium beendet wurde. Sofern auf den Bachelor ein Master folgt, wird dieses in der Regel als einheitlicher Studiengang gewertet; es sei denn, es hat ein Fachrichtungswechsel stattgefunden oder es lag eine längere Beschäftigungsdauer dazwischen.

Eine Verlängerung der Altersgrenze bzw. der Fachsemestergrenze ist nur dann möglich, wenn die Art der Ausbildung oder familiäre bzw. persönliche Gründe dies rechtfertigen. Dazu zählen beispielsweise:

  • der Erwerb der Zugangsberechtigung auf dem zweiten Bildungsweg,
  • Kindererziehungszeiten,
  • die verschiedenen Freiwilligendienste oder
  • eine Erkrankung


Die Mitgliedschaft in der studentischen Krankenversicherung endet einen Monat nach Ablauf des Semesters, für das der/die Student/in zuletzt eingeschrieben oder zurückgemeldet war. Dies ist somit auch der Fall, wenn Studierende im Lauf des Semesters exmatrikuliert werden.

Studierende unter 25 Jahren können bei ihren gesetzlich versicherten Eltern im Rahmen der Familienversicherung mitversichert werden. Der Vorteil bei dieser Versicherungsform ist, dass für Studierende keine Beitragspflicht besteht.

Dabei darf das Einkommen der Studierenden 425 Euro im Monat (Stand 2017) bzw. bei einem Minijob 450 Euro im Monat nicht regelmäßig überschreiten. Eine Überschreitung der Verdienstgrenze ist nur sporadisch möglich und sollte im Vorfeld mit der jeweiligen Krankenversicherung abgeklärt werden. Eine Verlängerung der Altersgrenze ist für abgeleistete Zeiten im Zivil- oder Wehrdienst möglich. Freiwilligendienste werden ebenso anerkannt.

Keine Altersgrenze besteht bei der Familienversicherung über den/die Ehepartner/in oder den/die gesetzlich eingetragene/n Lebenspartner/in. Auch bei Kindern mit Behinderung kann die Altersgrenze entfallen. Die Verdienstgrenze gilt jedoch auch in diesen Fällen.

Die Familienversicherung fällt bei der Exmatrikulation sofort weg, denn der Ausbildungsstatus ist für volljährige Kinder die notwendige Voraussetzung, um familienversichert sein zu können. Für unter 23-Jährige und nicht erwerbstätige Kinder gibt es noch eine andere Unterregelung (§ 10 Abs. 2 Nr. 2 SGB V), die geprüft werden kann.

Bezieher/innen von Waisenrente sind in der Regel eigenständiges Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung. Dies ist auf dem Rentenbescheid ersichtlich.

Allerdings endet die Krankenversicherung über die Waisenrente bereits mit dem 25. Geburtstag, obwohl die Waisenrente selbst in der Regel bis zum 27. Geburtstag gezahlt wird. Nach dem 25. Geburtstag wird dann die studentische Krankenversicherung relevant.

Die Beihilfe als Krankenversicherung für Beamte übernimmt staatlicherseits einen Teil der Kosten für Behandlungen. Der Restbetrag ist über eine private Krankenversicherung abzudecken. Auch im Rahmen der Beihilfe gibt es eine Familienregelung.

Diese Regelung wird gewährt, wenn die Eltern Kindergeld für ihr in Ausbildung befindliches Kind erhalten. Fällt das Kindergeld weg, so bleibt den Studierenden eine eigenständige private Krankenversicherung, da die zu Beginn des Studiums erfolgte Befreiung von der gesetzlichen Pflichtversicherung nicht rückgängig gemacht werden kann.

Nach dem Ende der studentischen Pflichtversicherung steht die freiwillige gesetzliche Versicherung zur Verfügung, sofern entsprechende Vorversicherungszeiten in der gesetzlichen Krankenversicherung vorhanden sind. Die Beantragung der freiwilligen Versicherung muss innerhalb von drei Monaten nach Ende der Pflichtversicherung erfolgen. Die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung ist deutlich teurer als die studentische Krankenversicherung.

Studierende, für die keine gesetzliche Krankenversicherung möglich ist, bleibt einzig die private Krankenversicherung. Hier sollte ein Preis-Leistungsvergleich zwischen den Versicherern vorgenommen werden, da die Tarife sehr unterschiedlich sind. Eine neutrale Beratung zur privaten Krankenversicherung bietet die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Die Beratungskosten für Studierende sind dabei relativ gering. Mehr Informationen zu diesem Angebot finden Sie auf www.verbraucherzentrale-bawue.de/beratung 

Gesetzliche Unfallversicherung

Studierende stehen während der Aus- und Fortbildung an Hochschulen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Dieser Versicherungsschutz gilt aber nicht allgemein, sondern besteht nur unter bestimmten Voraussetzungen:

So muss der/die Student/in die Hochschule ernstlich besuchen, um sich aus- und fortzubilden. Die Immatrikulation allein oder die gelegentliche Teilnahme an einzelnen Vorlesungen reicht nicht aus.

Für die Beurteilung ist ebenfalls entscheidend, ob die Tätigkeit dem organisatorischen Verantwortungsbereich der Hochschule zuzurechnen ist. Es muss zwischen der Aus- und Fortbildung an der Hochschule und der Tätigkeit des/der Studenten/in ein sogenannter wesentlicher innerer Zusammenhang bestehen.

Die Teilnahme an Auslandssemestern ist gesetzlich unfallversichert, wenn diese Bestandteil des inländischen Hochschulstudiums und formal, organisatorisch und inhaltlich dem Studium zuzurechnen sind. Voraussetzung hierfür ist, dass die Hochschule in sachlicher Hinsicht ein Weisungs- oder Kontrollrecht irgendwelcher Art hat. Dieses kann beispielsweise durch eigenes Personal an einer Partnerhochschule oder durch Beauftragung einer Person in der ausländischen Hochschule ausgeübt werden.

Beispiele für versicherte Tätigkeiten sind der Besuch von Vorlesungen und Veranstaltungen im organisatorischen Verantwortungsbereich der Hochschule, Tätigkeiten in der studentischen Selbstverwaltung und unmittelbare mit dem Hochschulbesuch in Zusammenhang stehende Wege.

Nicht versichert sind beispielsweise zuhause durchgeführte Studienarbeiten, private Studienfahrten, private Tätigkeiten auf dem Campus oder private Tätigkeiten, wie Essen oder Trinken.

Studierende in Baden-Württemberg sind bei der Unfallkasse Baden-Württemberg versichert. Zuständig für die Versicherung ist die jeweilige Hochschule.

Hinweis

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