Studierendenwerk Stuttgart nimmt mit der Mensa Ludwigsburg am Modellprojekt „Gutes Essen in Hochschulmensen“ teil

Das Studierendenwerk Stuttgart nimmt seit Mai mit der Mensa Ludwigsburg am landesweiten Modellprojekt „Gutes Essen in Hochschulmensen“ teil. Ziel ist die DGE-Zertifizierung im Frühjahr 2020 zu erhalten. Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL vom Ministerium für Ländlichen und Verbraucherschutz hat der Einrichtung am Montag einen Besuch abgestattet.

Gesundheit, Genuss und Nachhaltigkeit im Studienalltag erlebbar machen und fest im Verpflegungsangebot für Studierende verankern – das ist das Ziel des Modellprojekts „Gutes Essen in Hochschulmensen“. Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz unterstützt damit Hochschulmensen dabei, ihr Verpflegungsangebot auf hohem Niveau weiterzuentwickeln. Die Mensa Ludwigsburg, die durch das Studierendenwerk Stuttgart betrieben wird, nimmt seit Mai 2019 am Modellprojekt teil.

Am Montag, 25. November hat Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch die Mensa besucht: „Im Studienalltag fehlt oft die Zeit, frische und ausgewogene Mahlzeiten selbst zuzubereiten. Hier leisten das Studierendenwerk mit seinen Mensen und Cafeterien einen wichtigen Beitrag zu einem gesunden Studienalltag.“, sagte die Staatssekretärin bei ihrem Besuch vor Ort. Tobias M. Burchard, Geschäftsführer des Studierendenwerk Stuttgart unterstreicht: „Ein nachhaltiges und ausgewogenes Verpflegungsangebot zu schaffen, ist uns wichtig. Dafür setzen wir uns seit vielen Jahren ein. Mit der Teilnahme am Modellprojekt haben wir nun die Gelegenheit in Coachings neue Anregungen zu erhalten.“

 

Regional, bio, fair

Mit dem Modellprojekt setzt die Mensa Ludwigsburg die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) um und strebt den Erwerb der DGE-Zertifizierung „Study & Fit“ im Frühjahr 2020 an.

Dabei soll der Anteil an regional sowie ökologisch erzeugten Lebensmitteln erhöht werden. Über eine Bio-Zertifizierung verfügt die Mensa Ludwigsburg bereits seit längerer Zeit. Im Wareneinsatz machen diese Lebensmittel derzeit 13 Prozent aus. „Einmal die Woche steht auf unserem Speiseplan ein Bio-Gericht, das nur Zutaten aus rein ökologischem Landbau und ökologischer Tierhaltung enthält. An der Speisenausgabe sowie im Online-Speiseplan ist dieses mit dem Biosiegel gekennzeichnet.“, erklärt Tobias Engel, Qualitätsbeauftragter Gastronomie im Studierendenwerk und interner Projektleiter.

Weiteres Ziel des Modellprojekts ist der vermehrte Einsatz an Lebensmitteln aus fairem Handel. Die in der Mensa angebotenen Kaffee-, Kakao- und Teesorten stammen aus ökologischem Anbau und zudem aus fairem Handel. Seit Mai wurde das Angebot außerdem um eine Auswahl an Bio-Kaltgetränken erweitert. Die DGE- und die Bio-Zertifizierung helfen, die Qualität der Verpflegung kontrollierbar und transparent zu machen.

 

Nachhaltigkeit in der Hochschulgastronomie 

Das Thema Nachhaltigkeit nimmt auch in der Küche selbst einen wichtigen Platz ein. Speisereste sollen möglichst vermieden werden – darauf werden die Beschäftigten weiter sensibilisiert. So wird in einer Testphase aktuell die Menge der täglich anfallenden Reste ermittelt, um anschließend Verbesserungen vorzunehmen. „Vor etwa 12 Millionen Tonnen an Lebensmittelabfällen in Deutschland dürfen wir in der Gemeinschaftsverpflegung nicht die Augen verschließen. Deshalb ist die Vermeidung von Lebensmittelabfällen ein wichtiger Teil der Bestrebungen des Modellprojektes und auch Ihres Betriebes. Somit helfen Sie als Studierendenwerk, wertvolle Ressourcen aber auch Kosten einzusparen“, betonte Staatssekretärin Gurr-Hirsch.

Neben Speiseresten soll generell Müll auf dem Campus reduziert werden. Um Einwegbecher zu vermeiden, hat das Studierendenwerk bereits 2018 mit KIM einen eigenen Mehrwegbecher eingeführt. Seit Oktober diesen Jahres wird er durch das  Mehrwegbecher-Pfandsystem Recup ergänzt. „Das Pfandsystem kommt bei unseren Gästen sehr gut an. Wenn es so weiterläuft, wollen wir möglichst ab Frühjahr 2020 komplett auf Einwegbecher verzichten.“, bekräftigt Andreas Grafmüller, Leiter Gastronomie im Studierendenwerk. Außerdem hat sich das Studierendenwerk zum Ziel gesetzt, den Umfang an Einwegverpackungen zu reduzieren und diese durch nachhaltigere Alternativen zu ersetzen. Andreas Grafmüller: „Das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt uns ebenso wie die Studierenden sehr. Im kommenden Jahr wird es daher im Fokus unserer Hochschulgastronomie stehen.“

 

Vollwertige Gerichte und Snacks

Eingeführt wurde vor einigen Wochen in der Mensa eine neue Zwischenverpflegung: Pausenbroten aus vollwertigen Brotsorten belegt mit Zutaten wie Rote Beete, Ziegenkäse und Mango Chutney oder Landschinken, Tomatencreme und Rucola oder in einer veganen Variante mit Hummus, Grillgemüse und Gurken-Relish. Neu angeboten werden zudem verschiedene Fruchtbecher – entweder pur, mit Naturjoghurt oder erweitert um verschiedene Müsli-Sorten. Für Studierende eine gesunde Alternative für die kleine Pause. 

Auch im Speiseplan hat sich bereits einiges getan. So gibt es seit November täglich ein veganes Hauptgericht in Ludwigsburg sowie in allen anderen Mensen des Studierendenwerks. Bei einigen Gerichten wurden zudem Weizennudeln durch Vollkornnudeln ersetzt. Der Speiseplan wird im kommenden Jahr um weitere Vollkorn-Komponenten ergänzt. Angestrebt wird die DGE-Zertifizierung „Study & Fit“ bis Februar 2020.

 

Hintergrundinformationen zum Modellprojekt

Das Landeszentrum für Ernährung Baden-Württemberg führt im Auftrag des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg Modellprojekte zur Verbesserung der Gemeinschaftsverpflegung in allen Lebenswelten durch. Das Landeszentrum für Ernährung unterstützt dabei Küchen bei der Umsetzung der definierten Ziele, unter anderem mit Hilfe von erfahrenen Expertinnen und Experten in der Gemeinschaftsverpflegung. Weitere Informationen zu den Modellprojekten: www.landeszentrum-bw.de.