Studienfinanzierung: breites Angebot des Studierendenwerk Stuttgart

Neues Stipendium, Vorträge der Sozialberatung und Geld nach BAföG

Vermeintlich kleine Beträge können sich manchmal als große Hürden entpuppen. Deshalb gibt es jetzt auch in Stuttgart das sogenannte Semesterbeitragsstipendium. Informationen zur Finanzierung ihres Studiums erhalten Interessierte bei den Vorträgen der Sozialberatung und beim Amt für Ausbildungsförderung.

Gerade in einer Region wie Stuttgart, in der die Mieten und die Lebenshaltungskosten höher sind als in anderen Regionen Deutschlands, spielt für viele Studierende die Frage nach der Finanzierung ihrer Hochschulausbildung eine große Rolle. Das Studierendenwerk Stuttgart sieht sich deshalb auch in diesem Bereich als Partner der jungen Menschen und bietet ein breites Spektrum an Angeboten an. Diese ermöglichen es vielen, den für sie passenden Weg zu finden.

Studierendenwerk übernimmt einmalig Semesterbeitrag

Die erste Hürde auf dem Weg zu einem Studienplatz kann bereits der erste Semesterbeitrag sein, den alle Studierenden zu Beginn eines jeden Semesters bezahlen müssen. Er setzt sich aus dem Verwaltungskostenbeitrag der Hochschulen, dem Beitrag zum VVS-Studi-Ticket, dem zum Studierendenwerk Stuttgart sowie dem Studierendenschaftsbeitrag zusammen. In der Summe addieren sich alle Beträge auf durchschnittlich immerhin 170 Euro. Damit Studierende mit geringen finanziellen Mitteln dieses Geld trotzdem rechtzeitig überweisen und sich fristgerecht immatrikulieren können, bietet nun auch das Studierendenwerk Stuttgart das Semesterbeitragsstipendium an und folgt damit dem Beispiel anderer Studenten- und Studierendenwerke. Im Rahmen dieses Stipendiums übernimmt das Studierendenwerk unter bestimmten Voraussetzungen diesen Beitrag. Dazu gehören beispielsweise, dass die betreffende Person noch keine 30 Jahre alt ist und sich erstmalig an einer Hochschule einschreiben möchte. Den Antrag und weitere Informationen zur Studienfinanzierung erhalten alle Studieninteressierten direkt bei der Sozialberatung des Studierendenwerks in der Rosenbergstraße 18. Dazu muss unter folgender Telefonnummer ein Termin vereinbart werden: 0711 / 95 74-463.

Vorträge informieren über Finanzierungsmöglichkeiten des Studiums

Wenn diese Hürde eigenständig oder mit Hilfe des Stipendiums genommen wurde, benötigen viele Studierende weiterhin Unterstützung bei der Finanzierung ihres Studiums. Hier knüpft die Vortragsreihe des Studierendenwerk Stuttgart an, die in jedem Semester einmal angeboten wird. In vier Vorträgen informiert der Dipl. Sozialarbeiter und -pädagoge Ronald Friedrich, der im Studierendenwerk die Sozialberatung übernimmt, über „Wege der Studienfinanzierung“, „Studieren mit Kind“, die Besonderheiten eines Studi-Jobs und das breitgefächerte Thema Stipendien. Die Vorträge finden jeweils mittwochs um 16 Uhr in der machBAR des Studierendenwerk Stuttgart statt, sind kostenlos und können ohne Voranmeldung besucht werden. Die aktuellen Termine gibt es auf der Website des Studierendenwerks unter „Rechts- & Sozialberatung“: www.studierendenwerk-stuttgart.de/beratung/sozialberatung/.

BAföG: nach wie vor wichtiger Baustein der Studienfinanzierung

Stipendien scheinen vielen Studierenden auf den ersten Blick ein besonders günstiger Weg zu sein, um sich das Studium zu finanzieren. Das Geld, das man in diesem Rahmen erhält, bekommt man von der jeweiligen Institution oder Organisation komplett geschenkt. Zu beachten ist allerdings, dass sich zum einen oftmals viele junge Menschen auf ein Stipendium bewerben, zum anderen wird häufig vorausgesetzt, dass sich die Stipendiaten und Stipendiatinnen sozial, gesellschaftlich oder politisch engagieren oder gute schulische Leistungen vorzuweisen haben. Ganz anders verhält es sich da beim BAföG, denn darauf haben grundsätzlich alle deutschen und unter bestimmten Voraussetzungen auch internationale Studierende Anspruch. Dazu zählen Menschen, die beispielsweise aus dringenden humanitären Gründen aufgenommen wurden oder einen Aufenthaltsstatus als Asylberechtigte haben und zusätzlich seit mindestens 15 Monaten in Deutschland leben. Die Vergabe und die Höhe des BAföG-Satzes sind gesetzlich geregelt und basieren einzig auf „hard facts“, wie dem Einkommen der Eltern und dem Vermögen des Antragstellers oder der Antragstellerin. Die Hälfte des ausbezahlten Geldes bekommen die Studierenden geschenkt, die andere Hälfte ist ein zinsloses Darlehen, das fünf Jahre nach Ende der Regelstudienzeit in niedrigen Raten oder als Einmalzahlung zurückbezahlt werden muss. Es sind allerdings höchstens 10.000 Euro, ganz gleich, wie viel BAföG man im Laufe des Studiums erhalten hat. Studierende, die sich für das BAföG interessieren, können sich im Amt für Ausbildungsförderung des Studierendenwerk Stuttgart ausführlich beraten lassen und auch konkrete Fragen stellen. Diese persönliche Beratung kann montags bis donnerstags von 9 bis 15 Uhr und freitags von 9 bis 12 Uhr in der Holzgartenstraße 11 in Anspruch genommen werden. Die Zeiten der Telefonberatung sowie detaillierte Informationen rund ums BAföG gibt es auf www.studierendenwerk-stuttgart.de/geld.

Zinsloses Darlehen für Notfälle

Studierende, die kurzfristig einen finanziellen Engpass überbrücken müssen, können beim Studierendenwerk Stuttgart ein zinsloses Darlehen beantragen. Ausgezahlt werden höchstens 1.500 Euro, ein Bürge oder eine Bürgin ist in jedem Fall nötig. Die Rückzahlung legen beide Seiten bereits bei Abschluss des Vertrags fest. Dabei kann es sich auch um eine Ratenzahlung mit mindestens 50 Euro pro Monat handeln.