Studentisches Wohnen heute und morgen

Fast 5.000 Personen beteiligten sich an Umfrage des Studierendenwerk Stuttgart

Lage und Umgebung sowie Wohn- und Nutzräume sind die am besten bewerteten Bereiche der Wohnanlagen des Studierendenwerk Stuttgart. Dies ergab eine repräsentative Umfrage, die im Mai unter Bewohnern und Bewohnerinnen sowie Nichtmietern und -mieterinnen durchgeführt wurde. Die Ergebnisse liegen nun vor.

Über das Wohnen in Stuttgart und Umgebung wird derzeit auf verschiedenen Ebenen viel diskutiert und geschrieben. Dabei geht es meist um die Quantität. Damit die Mieter und Mieterinnen zufrieden sind, muss auch auf eine entsprechende Qualität geachtet werden. Da dem Studierendenwerk Stuttgart eben diese Zufriedenheit der jungen Menschen sehr wichtig ist und gerade beim Wohnen Entscheidungen für viele Jahre getroffen werden, führte es im Mai 2017 eine repräsentative Zufriedenheitsbefragung durch. Die Gesamtzufriedenheit mit den Wohnanlagen bewerten die studentischen Bewohnern und Bewohnerinnen auf einer Skala von 1 (sehr zufrieden) bis 5 (unzufrieden) mit einer guten 2,21. Günstige Mieten sind dabei für 94,1 Prozent der Befragten sehr bzw. eher wichtig, eine gute Anbindung an den ÖPNV für 87,89 Prozent. An der Umfrage beteiligten sich 2.126 Bewohner und Bewohnerinnen, 557 Personen, die bereits in einem der Wohngebäude gelebt haben, sowie 2.313 Nichtmieter und Nichtmieterinnen. Durchgeführt worden war sie als Vollerhebung unter den mehr als 63.000 Studierenden im Betreuungsbereich des Studierendenwerk Stuttgart.

Ansprechpersonen vor Ort zahlen sich aus

Einige Punkte fallen bei den Ergebnissen besonders auf. Dazu gehört, dass es die Mieter und Mieterinnen schätzen, wenn sich in der Nähe ihrer Wohnanlage eine Außenstelle des Studierendenwerks befindet. Der Service des Studierendenwerks und die Kommunikation mit den Beschäftigten werden dort überdurchschnittlich gut bewertet. Die besten fünf Wohnanlagen erhalten im Mittel eine äußerst positive 1,96. Der Durchschnitt über alle Wohnanlagen hinweg liegt bei 2,58. „Die Eröffnung der Außenstelle auf dem Campus Vaihingen zum Sommersemester 2014 und der Umzug in Esslingen in den Rossneckar II waren richtige und wichtige Schritte. Das bestätigen nun die Umfrageergebnisse“, zeigt sich Stefan Schneider, Leiter Wohnen und Technik des Studierendenwerk Stuttgart, erfreut.

Lage und Umgebung der Wohnanlagen werden im Durchschnitt mit einer 1,91 bewertet, was in einer Umfrage einen sehr guten Wert darstellt. Bedeutend sind dabei die Nähe zur Hochschule, die beim Studentendorf Ludwigsburg und beim Straußäcker I in Stuttgart-Vaihingen mit dem Spitzenwert 1,06 bewertet wurde, sowie die Anbindung an den ÖPNV, die gleich bei drei Wohngebäuden, nämlich der Kernerstraße, der Neckarstraße 172 und der Rieckestraße, die Note 1,0 erhielt.

Preis-Leistungsverhältnis für 71,5 Prozent mindestens gut

Seinem gesetzlichen Auftrag, den Studierenden günstigen und gleichzeitig qualitativ hochwertigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen, kommt das Studierendenwerk ebenfalls nach. Das zeigen die Umfrageergebnisse. 71,5 Prozent der Studierenden, die derzeit in einer Wohnanlage leben, bewerten das Preis-Leistungsverhältnis mit sehr gut oder gut. Damit dies auch in der Zukunft gewährleistet werden kann, ist das Studierendenwerk Stuttgart auf eine breite Unterstützung der Politik angewiesen – sei es durch kürzere Genehmigungsverfahren, kommunale Grundstücke, die überlassen werden, oder die Abschaffung des Kfz-Stellplatz-schlüssels für studentisches Wohnen.

Selbstverwaltung und eine starke Gemeinschaft als Pluspunkte

Nimmt man die Wohnanlagen unter die Lupe, die insgesamt am besten bewertet wurden, so zeigt sich, dass deren Bewohner und Bewohnerinnen eine starke Gemeinschaft bilden und alle bis zu einem gewissen Grad selbstverwaltet sind. Das bedeutet unter anderem, dass die Möglichkeit besteht, die Neueinziehenden selbst oder zumindest mit auszuwählen. Dieses Ergebnis deckt sich damit, wie die folgende Aussage bewertet wurde: „Mir ist es wichtig, mitentscheiden zu können, mit wem ich eine Wohnung teile“. 75,7 Prozent der Mieter und Mieterinnen stimmen mindestens eher zu. Bei den Nichtmietern und -mieterinnen liegt dieser Wert mit 91,2 Prozent noch höher. Aufgrund des sozialen Auftrags, den das Studierendenwerk Stuttgart innehat, sind einer reinen Selbstauswahl allerdings Grenzen gesetzt. Denn alle Bewerber und Bewerberinnen müssen die gleichen Chancen auf einen Wohnplatz haben.

Kurzfristig umsetzbare Maßnahmen und langfristige Pläne

Aus den Ergebnissen der Studie leiten sich für das Studierendenwerk Stuttgart verschiedene Handlungsbedarfe ab, die teilweise kurzfristig umgesetzt werden können, teilweise in die Planung neuer Wohngebäude einließen werden. Zu ersteren gehört beispielsweise, dass eine gute Gemeinschaft der jungen Menschen untereinander wo immer möglich gefördert werden soll. Dies kann durch verschiedene Tutorien ebenso umgesetzt werden wie durch Gemeinschaftsbereiche oder Projekte. „In unseren größeren Wohnanlagen haben sich bereits ein paar sehr aktive Tutorien gebildet, die gemeinsame Veranstaltungen organisieren, Werkstatträume betreuen und Ansprechpartner für die Hausbewohner und Hausbewohnerinnen sind. Es dürfen gerne noch mehr werden. Als Dankeschön für das Engagement verlängern wir die Wohnzeit dieser Studierenden um ein Semester“, so Schneider. Bereits Mitte November soll der Startschuss für ein Urban-Gardening-Projekt der Wohnanlage Straußäcker III auf dem Campus Stuttgart-Vaihingen fallen; vorausgesetzt, es finden sich genügend Engagierte.

Bei Neubauten wird das Studierendenwerk Stuttgart künftig noch größeren Wert darauf legen, dass – wo immer möglich – Gemeinschaftsräume umgesetzt werden. Dabei gilt es, einen guten Mittelweg zwischen der Größe der Räume und den dadurch entstehenden Kosten aufgrund der nicht vermietbaren Fläche zu finden. Denn der Kostendruck in der Region ist hoch und die Mieten sollen und müssen für die Studierenden bezahlbar bleiben.

Eckdaten zur Studie

Die Befragung war als Vollerhebung unter den mehr als 63.000 jungen Menschen, die im Betreuungsbereich des Studierendenwerks studieren, angelegt. Von den Bewohnern und Bewohnerinnen haben sich 2.126 beteiligt, was einer Rücklaufquote von knapp 29 Prozent entspricht. Alle, die bereits in einer Wohnanlage gelebt haben, und die Nichtmieter und -mieterinnen ergeben zusammengefasst 2.870 Beteiligungen. Sie waren von ihren Hochschulen zur Teilnahme eingeladen worden, da deren Kontaktdaten dem Studierendenwerk nicht vorliegen.

Für die beiden Zielgruppen waren unterschiedliche Fragebögen ausgearbeitet worden. Die Teilnehmenden wurden gleich nach der ersten Antwort zum jeweils passenden weitergeleitet. Mit rund 30 Fragen waren beide Bögen umfangreich und fragten verschiedene Themenbereiche ab, von der aktuellen Wohnform über die Dauer der Wohnungssuche bis hin zu der Bewertung einzelner Aspekte des Wohnens, wie soziales Miteinander und Größe der Zimmer.

Ziel der Umfrage war es, einen tieferen Einblick in die Qualität der Wohnanlagen und die Relevanz der einzelnen Leistungsmerkmale zu bekommen. Diese waren: „Wohn- und Nutzräume“, „Gemeinschaftsräume und Zusatzangebote“, „Community in der Wohnanlage“, „Service und Kommunikation mit dem Studierendenwerk“ und „Umgebung/ Lage“. Außerdem wollte das Studierendenwerk Stuttgart herausfinden, ob sich die Studierenden zusätzliche Komfort-Angebote wünschen und falls ja, welche diese sind. Zur Wahl standen beispielsweise ein Wäschedienst, Snackautomaten und Paketannahmestationen.

Geplant und umgesetzt wurde die Online-Befragung in Zusammenarbeit mit Conomic Marketing & Strategy Consultants mit Sitz in Berlin und Halle. Als ein Spin-Off der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg, verfügt Conomic über langjährige Erfahrung in der Marktforschung und führte bereits deutschlandweit für Studenten- und Studierendenwerke Zufriedenheitsbefragungen durch.