Platz für Studierende - Wohnraum wird dringend benötigt

  • Studierendenwerk Stuttgart schafft neuen Wohnraum am Campus Stuttgart-Vaihingen sowie in Ludwigsburg
  • Platz für Studierende: Anzeigenkampagne appelliert an private Immobilienbesitzende freistehende Zimmer an Studierende zu vermieten
  • Kooperation mit Haus- und Grundbesitzerverein Stuttgart wird das siebte Jahr in Folge fortgesetzt

    340 Euro Miete bezahlen Studierende in Stuttgart durchschnittlich jeden Monat, bei vielen sind es sogar 400 Euro und mehr. Das ergab die Auswertung der aktuell 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks für die Hochschulregion Stuttgart. Damit ist die Miete der mit Abstand größte Ausgabeposten im begrenzten Budget vieler Studierender. „In unseren studentischen Wohnanlagen beträgt die durchschnittliche Warmmiete 289 Euro im Monat“, so Tobias M. Burchard, Geschäftsführer des Studierendenwerk Stuttgart. „Deutlich weniger als auf dem privaten Wohnungsmarkt.“

    Die derzeit mehr als 7.200 Plätze in den 35 Wohnanlagen des Studierendenwerks reichen bei 61.000 Studierenden im Betreuungsbereich jedoch nicht aus. Hinzu kommt, dass sich die Anzahl ab Januar 2020 auf 6.349 Wohnplätze verringert: Der VSSW hat das Mietverhältnis dreier Wohnanlagen am Campus Vaihingen mit dem Studierendenwerk gekündigt. Der private Verein will diese nun in Eigenregie betreiben, nach eigenen Angaben zu gleichbleibenden Mietpreis-Konditionen. Tobias M. Burchard gibt zu bedenken: „Fakt ist, dass wir als Studierendenwerk per Gesetz mit der sozialen Betreuung der Studierenden beauftragt sind. Im Gegensatz zu privaten Anbietern agieren wir nicht gewinnorientiert und bieten Wohnraum garantiert zu sozialverträglichen Mieten. Zum Wohle der Chancengerechtigkeit ist es daher dringend notwendig, dass wir unser Angebot für Studierende weiter vergrößern können.“

 

Vier Bauprojekte mit nahezu 1.000 Wohnplätzen in Stuttgart und Ludwigsburg

Um die Situation für Studierende zu verbessern, setzt sich das Studierendenwerk Stuttgart seit Jahren für mehr bezahlbaren Wohnraum ein. Durch Gespräche und Verhandlungen mit Vertreterinnen und Vertretern des Landes sowie kommunaler Unterstützung, können in den kommenden Jahren fast 1.000 zusätzliche, dringend benötigte Wohnplätze für Studierende entstehen. Das Land Baden-Württemberg hat dem Studierendenwerk am Campus Stuttgart-Vaihingen sowie in Ludwigsburg mehrere Grundstücke in Erbbaupacht überlassen.

Geplant ist am Campus Vaihingen ein Neubau mit 223 Wohnplätzen. Neben den Wohngemeinschaften sind hier zwei Gemeinschaftsräume zum Lernen und für gemeinsame Aktivitäten vorgesehen. Als Besonderheit wird in die Wohnanlage erstmals eine Kindertageseinrichtung integriert. Sie bietet Platz für 60 Kinder. Baubeginn ist voraussichtlich Anfang 2020.

Darüber hinaus ist in Stuttgart-Vaihingen das Bauprojekt Allmandring V geplant. Die Wettbewerbsausschreibung für das Projekt erfolgt im Herbst 2019. Je nach Entwurf sollen hier bis zu 500 neue Wohnplätze entstehen – die genaue Anzahl ergibt sich aus den Planungsentwürfen der Architekturbüros. Städtebaulich ist das Projekt interessant, da die studentische Wohnanlage eine große Anzahl an Wohnplätzen bieten und gleichzeitig soziale und kulturelle Gesichtspunkte berücksichtigen soll, die das Gemeinschaftsleben fördern.

Auch in Ludwigsburg werden zwei neue Wohnanlagen gebaut: Eine davon in Eglosheim, die sich aktuell noch in der Planungsphase befindet, und eine am Campus Königsallee mit 300 Plätzen. Hier entstehen Wohngemeinschaften sowie zwei Gemeinschaftsräume. Zudem wurde ein umfassendes Mobilitätskonzept entwickelt, das den Studierenden umweltfreundliche Fortbewegungsmöglichkeiten bietet: 200 Fahrradstellplätze, zehn Stellplätze für Lastenräder, eine Fahrradreparaturstation, vier Ladeplätze für Elektrofahrzeuge sowie eine Leihstation für Elektrolastenräder und eine Carsharing-Station. Bezugsbereit wird sie voraussichtlich zum Sommersemester 2022 sein.

 

Wohnraumkampagne wird durch Ministerium unterstützt

Bis die Bauvorhaben umgesetzt sind, gestaltet sich die Suche nach bezahlbarem Wohnraum für Studierende in Stuttgart weiterhin schwierig. Gerade zu Beginn des Wintersemesters ist die Lage besonders angespannt: Die meisten Studiengänge beginnen im Herbst und viele Erstsemester sind auf Wohnungssuche. Aktuell stehen 3.197 Bewerberinnen und Bewerber auf der Warteliste für ein Zimmer in den Wohnanlagen des Studierendenwerks. Zum Wintersemester werden 2.397 Zimmer frei.

Damit alle Studierenden zu Semesterbeginn ein Dach über dem Kopf haben, ruft das Studierendenwerk jedes Jahr private Vermieter und Vermieterinnen dazu auf, freistehende Unterkünfte an diese zu vermieten. Dafür wird von August bis Oktober eine Info-Kampagne mit dem Titel „Platz für Studierende“ lanciert, die das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg seit vielen Jahren finanziell unterstützt.

Aus demselben Grund kooperiert das Studierendenwerk mit dem Haus- und Grundbesitzerverein Stuttgart – bereits das siebte Jahr in Folge. Dieser appelliert an seine 22.000 Mitglieder Wohnraum an Studierende zu vermieten. Unterstützend bietet der Verein eine spezielle Beratung zu rechtlichen und praktischen Fragen bei der Vermietung an Studierende an.

Wohnungsangebote können Immobilienbesitzende kostenfrei über die Privatzimmervermittlung des Studierendenwerk Stuttgart einstellen: www.platz-fuer-studierende.de. Studierende haben dort die Möglichkeit nach der für sie passenden Unterkunft zu suchen und in direkten Kontakt zu treten. Im vergangenen Jahr konnten so gut 380 private Unterkünfte vermittelt werden.

Mehr Informationen zur Kooperation zwischen Haus & Grund Stuttgart und dem Studierendenwerk Stuttgart finden Sie in einer weiteren Pressemitteilung: https://www.studierendenwerk-stuttgart.de/ueber-uns/presse/pressemitteilungen/mitteilung/wohnraum-fuer-studierende-gesucht-3/