Mehr Nachhaltigkeit auf dem Hochschulcampus

Studierendenwerk Stuttgart führt Mehrweg-Becher ein

Weniger Müll auf dem Campus und in den studentischen Wohnanlagen – dieses Ziel verfolgt das Studierendenwerk Stuttgart. Zum Wintersemester können Studierende in den Mensen und Cafeterien des Studierendenwerks eigene Becher für Heißgetränke nutzen. Wer selbst noch nicht im Besitz eines Mehrweg-Bechers ist, hat die Möglichkeit, diesen in den Cafeterien des Studierendenwerks günstig zu erwerben. Hier wird seit Montag der eigens entworfene Kim-Mehrweg-Becher in zwei Designs angeboten.

Laut Deutscher Umwelthilfe greifen 70 Prozent der Verbraucher in Deutschland häufig oder gelegentlich zu Coffee-to-go-Bechern. Jede Stunde werden 320.000 To-go-Becher genutzt, jährlich sind es fast drei Milliarden Stück. Ein Trend, der sich negativ auf die Umwelt auswirkt: Neben dem Ressourcenverbrauch, verschmutzen weggeworfene Becher Straßen und Natur. Auch auf den Geländen der Universität und den 13 Hochschulen, die das Studierendenwerk betreut, machen sich diese Auswirkungen bemerkbar. Genauso wie in den 35 studentischen Wohnanlagen. Trotz regelmäßiger Abholung, sind die Müllcontainer in den Wohnanlagen häufig überfüllt. Auffällig sind dabei die vielen Einwegverpackungen, von der Salatschale bis zum Pappbecher. Dem wirkt das Studierendenwerk aktiv entgegen. „Das Thema Nachhaltigkeit ist uns ein Anliegen. Wir wollen dazu beitragen, dass Müll vermieden wird“, sagt Tobias M. Burchard, Geschäftsführer des Studierendenwerk Stuttgart. „Zum Semesterstart setzen wir daher weitere Maßnahmen in unseren Einrichtungen um.


Kommt immer mit: Der Kim-Mehrweg-Becher

Um den Verbrauch von To-go-Bechern einzudämmen, führt das Studierendenwerk mit Beginn des Wintersemesters den Kim-Mehrweg-Becher ein. Kim steht dabei für „kommt immer mit“. Er wird als Alternative zum Pappbecher in den Mensen und Cafeterien des Studierendenwerks angeboten und quasi zum Selbstkostenpreis an Studierende und Gäste weitergegeben. Damit für jeden Geschmack etwas dabei ist, gibt es Kim in zwei verschiedenen Designs – jeweils mit Deckel und Hitzeschutzmanschette

Der Becher des Herstellers Ornamin wird zu 100 Prozent in Deutschland produziert. Er ist bruchstabil, mikrowellengeeignet, spülmaschinenfest und frei von Bisphenol A (BPA). Zudem kann er ökologisch recycelt werden und ist leichter und langlebiger als Glas oder Porzellan.


Müllvermeidung in den studentischen Wohnanlagen

Auch in den studentischen Wohnanlagen will das Studierendenwerk verstärkt gegen das Müllproblem vorgehen und investiert daher in eine besondere Maßnahme: Die mehr als 7.200 Mieterinnen und Mieter erhalten einen Kim-Mehrweg-Becher gratis. „Damit wollen wir erreichen, dass die Studierenden den Mehrweg-Becher anstelle von Einweg-Bechern nutzen. Wir rücken die Müllproblematik in den Wohnanlagen stärker in den Fokus, um die Studierenden zu nachhaltigem Handeln zu animieren“, sagt Jasmin Mauser, Bereichsleiterin Wohnen im Studierendenwerk

 

Umweltfreundliche Alternativen

Darüber hinaus wurden zum neuen Semester die Kaffeemaschinen in den Mensen und Cafeterien des Studierendenwerks so umgerüstet, dass unterschiedliche Becherhöhen darunter passen. „So haben unsere Gäste die Möglichkeit, neben den Kim-Mehrweg-Bechern auch andere Becher und Tassen für den Kauf eines Heißgetränks zu nutzen“, sagt Andreas Grafmüller, Abteilungsleiter Gastronomie im Studierendenwerk Stuttgart. Pluspunkt dabei: Wer sich für die umweltfreundliche Variante entscheidet, spart bares Geld. Für Getränke im Einweg-Pappbecher zahlen Kunden nun 25 Cent mehr. Durch den Aufpreis will das Studierendenwerk dazu anregen, auf Mehrweg-Becher umzusteigen.

Auch werden neben den Kaffeemaschinen keine Plastikdeckel mehr für die To-go-Becher ausgelegt. Da gerade Plastikmüll ein großes Umweltproblem ist, soll der Verbrauch der Deckel ebenfalls reduziert werden. Gäste erhalten diese nur noch auf Nachfrage an den Kassen. „In unseren gastronomischen Einrichtungen bieten wir ausschließlich Bio-Tees an sowie Kaffee-Spezialitäten, die mit Kaffeebohnen aus ökologischem Anbau und fairem Handel zubereitet werden. Jetzt sind auch die Möglichkeiten, die Heißgetränke zu genießen, nachhaltiger“, resümiert Grafmüller.