Update: Kinderkrankengeld ausgeweitet

27.04. Mit dem neu ergänzten Infektionsschutzgesetz wird der Anspruch auf  Kinderkrankengeld für 2021 ausgeweitet. Wenn Sie Ihr Kind aktuell zu Hause betreuen müssen, erfahren Sie hier alles zu den Möglichkeiten, die Sie dafür haben:

Kinderkrankengeld nach § 45 SGB V

Mit der am 23. April 2021 in Kraft getretenen Ergänzung des Infektionsschutzgesetzes wird der Anspruch auf Kinderkrankengeld für 2021 weiter ausgeweitet. So unterstützt die Bundesregierung Eltern, die ihre Kinder pandemiebedingt zu Hause betreuen müssen. Der Anspruch gilt nicht nur dann, wenn das Kind krank ist, sondern auch, wenn Kitas und Schulen geschlossen sind oder die Betreuung eingeschränkt ist.

Der Anspruch auf Kinderkrankengeld steigt 2021 von 20 Tagen pro Elternteil und Kind auf 30 Tage und damit für Elternpaare pro Kind auf 60 Tage. Auch für Alleinerziehende verdoppelt sich der Anspruch pro Kind von 30 auf nun 60 Tage. Bei mehreren Kindern gilt ein Anspruch von maximal 65 Tagen, bei allein Erziehenden maximal 130 Tage.

Alle Fragen und Antworten zum Kinderkrankengeld finden Sie auf der Seite der Bundesregierung.

 

Kurzarbeit

Sofern Sie einen Kurzarbeitsergänzungsvertrag unterschrieben haben, können Sie bei betrieblicher Möglichkeit mit Ihrer vorgesetzten Person besprechen, dass Sie die Kurzarbeit auf die Zeiten legen, in denen Sie keine Kinderbetreuungsmöglichkeit haben.

 

Fallweises Arbeiten von Zuhause

Sofern es Ihre Arbeit zulässt, können Sie das „Fallweise Arbeiten von Zuhause“ nutzen. Bitte stimmen Sie sich mit Ihrer vorgesetzten Person ab, inwiefern „Fallweises Arbeiten von Zuhause“ möglich ist.

 

Notbetreuung

1f der Corona-Verordnung Baden-Württemberg sieht nach Abs. 4 eine Notbetreuung vor – für teilnahmeberechtigte Kinder an Grundschulen, Grundschulförderklassen, Kinder der Klassenstufen 5 bis 7 der auf die Grundschule aufbauenden Schulen sowie in Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflege und Schulkindergärten. Voraussetzung ist u.a., dass die Erziehungsberechtigten beide in ihrer beruflichen Tätigkeit unabkömmlich sind oder ein Studium absolvieren oder eine Schule besuchen, sofern sie die Abschlussprüfung im Jahr 2021 anstreben und hierdurch an der Betreuung gehindert sind. Diese Regelung gilt auch für Alleinerziehende. Bitte informieren Sie sich zur Notbetreuung bei der jeweiligen Einrichtung.

 

Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz

Wenn eine Einrichtung zur Betreuung von Kindern, Schulen oder Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen von der zuständigen Behörde geschlossen wird oder deren Betreten wegen einer Quarantäne verboten ist, erhalten erwerbstätige Personen eine Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz. Das Kind darf das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben bzw. muss eine Behinderung haben und muss auf Hilfe angewiesen sein. Die erwerbstätige Person muss das Kind in diesem Zeitraum selbst beaufsichtigen, betreuen oder pflegen, weil sie keine anderweitig zumutbare Betreuungsmöglichkeit sicherstellen kann. Zudem muss die erwerbstätige Person dadurch einen Verdienstausfall erleiden.

In diesem Fall erstattet der Arbeitgeber dem*der Arbeitnehmer*in einen Verdienstausfall in Höhe von 67 Prozent des Nettoeinkommens begrenzt auf einen monatlichen Höchstbetrag in Höhe von 2.016 Euro. Diese Verdienstausfall-entschädigung kann für maximal zehn Wochen pro Elternteil gezahlt werden. Der Arbeitgeber übernimmt die Auszahlung für sechs Wochen, danach ist der Antrag bei der Behörde selbst zu stellen.

 

 

Foto: Markus Spiske / unsplash