BAföG-Reform

Ab August 2019 tritt das 26. BAföG-Änderungsgesetz in Kraft. Hier die wichtigsten Änderungen in der Übersicht.

 

Gültigkeit

Die neuen Regelungen gelten mit dem neuen Bewilligungszeitraum. Die meisten Studierenden werden daher ab dem Wintersemester 2019/20 von den Verbesserungen profitieren. Wir empfehlen dabei, Erstanträge und Weiterförderungsanträge möglichst frühzeitig zu stellen. 

 

 

Höchstsatz

Der Höchstsatz (bisher 735 Euro) wird zum Wintersemester 2019/20 auf 853 Euro angehoben. Im Wintersemester 2020/21 wird er abermals auf 861 Euro erhöht. 

Erstmalig wird berücksichtigt, dass Studierende über 30 Jahre mehr für ihre Kranken- und Pflegeversicherung zahlen müssen. Wer die Kosten nachweisen kann, erhält monatlich bis zu 189 Euro.

Pauschale für Studierende 

Grundbedarf 

Wohnpauschale

  • bei den Eltern
  • eigene Wohnung/ WG 

Zuschlag KV und PV*

  • U30 Jahre
  • Ü30 Jahre 

Höchstsatz

Seit 2016  

399,00 €   

 

52,00 € 

250,00 €   

 

86,00 € 

86,00 €  

735,00 €

WS 2019/20  

419,00 €   

 

55,00 € 

325,00 €   

 

109,00 € 

max. 189,00 €  

853,00 €

WS 2020/21  

427,00 €   

 

56,00 € 

325,00 €   

 

109,00 € 

max.189,00 €  

861,00 €

* Dieser Zuschlag wird nur gewährt, wenn Sie sich selbst versichern (in der Regel erst ab dem 25. Lebensjahr).

 

 

Rückzahlung

Die Rückzahlungssumme ist auf 10.000 Euro gedeckelt. Wer die Summe auch nach 20 Jahren nicht komplett zurückzahlen kann, dem wird seine Restschuld künftig erlassen, sofern man immer korrekt zurückgezahlt hat oder sich befreien lassen konnte. Auch Altschuldner/innen können auf Antrag von dieser Regelung profitieren – sie müssen das aber bis Ende Februar 2020 beim Amt für Ausbildungsförderung oder dem Bundesverwaltungsamt beantragen.


Die Quartalsraten steigen ab dem 01.04.2020 auf 390 Euro (130 Euro pro Monat.), sodass Studierende max. 77 Raten begleichen müssen (also 10.010 Euro) – oder weniger, wenn die Gesamtschuld geringer ist.Rabatte für eine frühzeitige Rückzahlung auf einen Schlag werden auch weiterhin gewährt, jedoch sollen diese zukünftig verringert werden. Genaue Details dazu stehen noch aus.

 

 

Vermögensfreibetrag

Die Freibeträge für das Vermögen der BAföG-Empfänger und -Empfängerinnen werden zum Wintersemester 2020/21 angehoben.

Freibetrag

für Antragsteller/in

für jedes Kind und (Ehe-)Partner/in

seit 2016

7.500 €

2.100 €

WS 2020/21

8.200 €

2.300 €

 

 

Einkommens-Freibeträge 

Bei den Freibeträgen vom Einkommen der Eltern oder des Ehegatten beziehungsweise der Ehegattin ist zum Wintersemester 2021/22 eine Anpassung vorgesehen, damit moderate Lohnsteigerungen dieser nicht zu einer Senkung des BAföG führen. 

Freibeträge auf Einkommen Eltern/Ehegatte

Eltern (verheiratet)

Elternteil / Ehegatte

für neu angeheirateten Ehegatten eines leiblichen Elternteils*

für Kinder*

WS 19/20

 

1.835 €

1.225 €

610 €

 

555 €

WS 20/21

 

1.890 €

1.260 €

630 €

 

570 €

WS 21/22

 

2.000 €

1.330 €

665 €

 

605 €

* eigenes Einkommen der jeweiligen Person mindert den Freibetrag bzw. es gibt bei höherem Einkommen keinen

 

Wie bisher ist der Grundfreibetrag auf das Einkommen des BAföG-Empfängers selbst so gestaltet, dass unter Berücksichtigung der Werbungskosten- und Sozialpauschale, die vorab in Abzug gebracht werden können, genau ein durchgängiger 450 Euro Job ohne Abzüge möglich ist. Mehr Verdienst (bei einem Bewilligungszeitraum von 12 Monaten also alles oberhalb von 5.400 Euro) führt unverändert zu einer Reduzierung des zustehenden BAföG.

 

 

Bankdarlehen

Die Förderung nach BAföG oder nach BAföG-Darlehen (KfW) beschreiben zwei unterschiedliche Förderungsformen. Für bisherige Darlehens-Empfängerinnen und -Empfänger gibt es keine Neuerungen.

Allerdings wird das BAföG-Bankdarlehen ab WS 2019/20 in seiner bisherigen Form nicht mehr angeboten. Aus dem einstig verzinsten Studienkredit wird ein unverzinstes Darlehen vom Staat, das Studierende auch weiterhin als Hilfe zum Studienabschluss beantragen können.

Im Unterschied zum BAföG muss hier die vollständige Summe beglichen werden. Die Konditionen zur Rückzahlung orientieren sich in der Regel an denen der „normalen“ BAföG-Schulden.

 

 

Kinderbetreuungszuschlag

Der Betreuungszuschlag für Studierende mit Kind wird von nun an für Kinder bis 14 Jahre gewährt. Der Betrag selbst steigt in zwei Stufen im Wintersemester 2019/2021 auf 140 Euro und im Wintersemester 2021/22 auf 150 Euro monatlich pro Kind an.


Bis zum 14. Lebensjahr werden zukünftig auch Verzögerungen in der Ausbildung berücksichtigt und die Förderungshöchstdauer kann verlängert werden.


Auch gelten die im BAföG festgelegten Altersgrenzen von 30 Jahren (beziehungsweise von 35 Jahren bei Beginn eines Masterstudiums) nicht mehr, wenn Sie durch die Erziehung Ihrer Kinder bis zum 14. Lebensjahr Ihre eigene Erstausbildung aufgeschoben haben.


Die Vermögensfreibeträge für Studierende mit Kind steigen zum Wintersemester 2020/21 leicht. Pro Kind bleiben zuzüglich zum eigenen Vermögen weitere 2.300 Euro anrechnungsfrei.

 

 

Pflege von Angehörigen 

Die Pflege von Angehörigen wird zukünftig anerkannt. Studierende, die nahestehende Familienmitglieder (ab Pflegegrad 3) betreuen, können auch über die Förderungshöchstdauer hinaus für maximal 2 Semester BAföG beziehen.

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